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Illustration eines Baums mit farblichen Markierungen im Geäst zur Veranschaulichung einer Kroneneinkürzung

Wie wird eine fachgerechte Kroneneinkürzung bzw. Baumschnitt durchgeführt?

Was ist eine Kroneneinkürzung?

Eine Kroneneinkürzung ist eine Maßnahme der Baumpflege, bei der die Baumkrone gezielt reduziert wird, um:

  • die Verkehrssicherheit zu erhöhen
  • die Baumstatik zu verbessern
  • die Windlast zu verringern
  • und den Baum länger zu erhalten falls alternativ gefällt werden müsste

Dabei dürfen laut ZTV Baumpflege nicht mehr als etwa 20 % der Krone entfernt werden, um die Vitalität des Baumes nicht zu gefährden.

Um nachhaltige und baumschonende Baumpflege durchführen zu können, ist viel Erfahrung und Fachwissen notwendig. Hier Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die relevanten Faktoren welche beim Baumschnitt relevant sind.

Es ist in jedem Fall ratsam, einen Fachbetrieb für Baumpflege hinzuzuziehen.

Ein fachgerechter Baumschnitt, in den meisten Fällen als Kroneneinkürzung umgesetzt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:

  • die Baumart
  • das Baumalter
  • die Baumvitalität
  • der Schnittzeitpunkt
  • die Schnittführung
  • die Schnittstärke
  • der Schnittbereich
  • sowie der Artenschutz

Erst wenn all diese Aspekte berücksichtigt und eingeordnet werden können , kann eine Kroneneinkürzung fachgerecht und nachhaltig durchgeführt werden.


Unterschiede zwischen Baumarten beim Baumschnitt

Verschiedene Baumarten haben unterschiedliche Ausprägungen in Bezug auf ihre Wundabschottungsfähigkeit und ihre Reiterationsfähigkeit.

Einige Baumarten wie Eiche oder Linde sind sehr reiterationsfreudig. Das bedeutet, dass sie nach einer Einkürzung relativ gut eine neue Krone aufbauen können.

Andere Baumarten wie Ahorn oder Buche sind hingegen weniger reiterationsfreudig. Hier besteht die Gefahr, dass durch eine falsche oder zu starke Kroneneinkürzung die Kronenstruktur nachhaltig zerstört wird.

Auch die Wundabschottungsfähigkeit spielt eine wichtige Rolle. Bei Baumarten mit schlechter Abschottungsfähigkeit, wie zum Beispiel Birke oder Pappel, kann es bei zu großen oder falsch ausgeführten Schnitten dazu kommen, dass der Baum nicht ausreichend in der Lage ist, sich gegen eindringende Pilze zu schützen.

Zudem besitzen diese Baumarten ein relativ weiches Holz, wodurch der Holzzersetzungsprozess häufig schneller voranschreitet als bei Baumarten wie Eiche oder Buche.

Darüber hinaus gibt es weitere baumspezifische Eigenschaften, die bei einer Kroneneinkürzung unbedingt beachtet werden müssen.

Ein gutes Beispiel ist die Buche. Sie besitzt eine sehr dünne Rinde. Wenn hier zu stark eingekürzt wird und sich das Blätterdach stark öffnet, besteht die Gefahr eines Sonnenbrands. Dabei kann das Kambium absterben, die Rinde platzt ab und es entstehen Eintrittspforten für Pilze.

Baumschnitt abhängig vom Baumalter

Je nach Baumalter wird der Baumschnitt unterschiedlich bewertet und durchgeführt. Grundsätzlich unterscheidet man drei Phasen:

  • Jungbaumphase
  • Reifephase
  • Alterungsphase

Jungbaumphase

Besonders in der Jungbaumphase geht es beim Baumschnitt darum, den Baum zu erziehen und grundlegende Entscheidungen zu treffen.

Hier wird beispielsweise festgelegt:

  • in welcher Höhe die ersten Äste am Stamm wachsen sollen
  • welche Leittriebe sich entwickeln sollen
  • welche Triebe entfernt werden müssen
  • in welche Richtung sich die Krone entwickeln soll

Gerade wenn ein Baum nah am Haus oder an anderen Bauwerken steht, werden in dieser Phase wichtige Entscheidungen zur zukünftigen Entwicklung der Krone getroffen.

Reifephase

In der Reifephase sowie in der frühen Alterungsphase werden häufig Kroneneinkürzungen durchgeführt.

Dabei gilt als wichtige Regel:

Maximal etwa 20 % der Gesamtkronenmasse sollten zurückgeschnitten werden.

So bleibt die Vitalität des Baumes möglichst erhalten.

Alterungsphase

In der Alterungsphase geht es bei Einkürzungen häufig darum, die Windlast zu reduzieren und die Baumstatik zu verbessern.

Der Baum beginnt sich in dieser Phase zunehmend zurückzuziehen und zu vergreisen. Ziel der Maßnahme ist es daher, den Baum möglichst lange zu erhalten.

Einfluss der Baumvitalität auf den Baumschnitt

Auch die Vitalität eines Baumes spielt bei der Entscheidung über eine Kroneneinkürzung eine wichtige Rolle.

Wenn ein Baum eine sehr hohe Vitalitätsstufe besitzt, sollte genau überlegt werden, ob eine Einkürzung wirklich notwendig ist. Eine zu starke Einkürzung kann auch bei gesunden Bäumen die Vitalität negativ beeinflussen.

Bei Bäumen mit geringer Vitalität geht es hingegen häufig darum, durch gezielte Einkürzungen den Baum zu sichern und den Verfallsprozess möglichst gut zu begleiten, ohne dass der Baum frühzeitig gefällt werden muss.

Der richtige Schnittzeitpunkt

Der Schnittzeitpunkt ist ein Thema, das je nach Zielsetzung unterschiedlich bewertet werden kann.

Kroneneinkürzung im Winter

Der klassische Zeitraum für Baumschnitt liegt zwischen November und Februar.

Der Vorteil ist, dass durch die Kälte der Befall durch Pilze und Bakterien häufig geringer ist. Zudem lässt sich der Artenschutz im unbelaubten Zustand oft leichter überblicken und Maßnahmen können meist gut geplant umgesetzt werden.

Allerdings kann ein Winterschnitt auch Nachteile haben. Durch starke Kälte können Wundnekrosen entstehen, die durch Erfrierungen verursacht werden. Außerdem dauert die Wundüberwallung im Winter häufig länger.

Kroneneinkürzung im Frühjahr und Sommer

Aus Sicht der Baumgesundheit tendieren wir dazu, den Baumschnitt eher im Frühjahr oder Sommer durchzuführen.

In dieser Zeit lässt sich die belaubte Kronenstruktur besser beurteilen. Schwache oder abgestorbene Bereiche der Krone können besser erkannt werden und auch die Vitalität des Baumes lässt sich besser einschätzen.

Zudem erfolgt die Wundüberwallung schneller, wodurch der Baum Schnittwunden schneller abschotten kann. Allerdings fühlen sich Pilze und andere Krankheitserreger in der warmen Jahreszeit ebenfalls wohler.

Besonders bei Kroneneinkürzungen kann ein Schnitt im Sommer sinnvoll sein, da der Baum danach meist weniger stark nachwächst als nach einem Winter- oder Frühjahrsschnitt.

Wen Sie sich unsicher sind wann Sie ihren Baum schneiden sollten ,kontaktieren Sie uns. Wir bieten fachgerechte Baumpflege in Kiel und Kreis Plön

Die richtige Schnittführung beim Baumschnitt

Die Schnittführung und der richtige Schnittbereich entscheiden darüber, ob eine Wunde effektiv überwallt werden kann und der Baum weiß, in welche Richtung er weiter wachsen soll.

In der professionellen Baumpflege wird häufig die sogenannte Hamburger Schnittmethode angewendet.

Dabei wird darauf geachtet, dass Äste am Astring geschnitten werden.

Bei einer Einkürzung auf einen Zugast wird der Schnitt möglichst nahe an der Abzweigung im Winkel des abgehenden Astes geführt.

Zur richtigen Schnittführung gehört außerdem, sicherzustellen, dass der zu schneidende Ast beim Schnitt nicht ausreißt.

Um dies zu verhindern, wird immer mit einem versetzten Unterschnitt gearbeitet. Dieser sollte je nach Baumart etwa ein Viertel bis ein Drittel des Astdurchmessers betragen.

Die richtige Schnittstärke

Die Schnittstärke macht einen entscheidenden Unterschied dafür, ob ein Baumschnitt fachgerecht und baumschonend ist.

Solange keine besonderen Gründe für eine starke Einkürzung vorliegen, sollte eine Schnittstärke von etwa 5 cm Astdurchmesser nicht überschritten werden. Dies entspricht dem Fein- und Schwachastbereich.

Je nach Baumart können auch Schnitte bis etwa 10 cm Astdurchmesser im Grobastbereich zulässig sein.

Alles darüber hinaus zählt zum Starkastbereich.

Schnitte im Starkastbereich gefährden immer die Baumgesundheit und sollten nur dann durchgeführt werden, wenn andere Maßnahmen die Verkehrssicherheit nicht gewährleisten können.

Die Schnittstärke ist bei allen Baumpflegemaßnahmen sehr relevant. Oft fangen hier die Probleme an. Bäume werden oft unfachgemäß zu stark gekürzt und somit gekappt. Auf Dauer müssen diese Bäume frühzeitig gefällt werden, da Sie oft nicht zu erhalten sind aufgrund der starken Fäulen welche sich entwickeln. Wenn eine Baumfällung durchgeführt werden muss unterstützen wir Sie natürlich mit unserem Fachwissen und beraten Sie vor Ort zur besten Vorgehensweise.

Artenschutz bei der Baumpflege

Zu guter Letzt muss bei jedem Baumschnitt geprüft werden, ob Tiere im Baum leben oder Brutplätze vorhanden sind.

Bäume sind ein äußerst wichtiger Lebensraum für viele Vogelarten und kleine Säugetiere in Deutschland.

Die Maßnahmen der Baumpflege haben daher auch immer das Ziel, den Lebensraum Baum möglichst lange zu erhalten.

Hier stellt sich auch oft die Frage "Darf man Bäume im Sommer schneiden?" Diese Frage wird uns regelmäßig gestellt besonders wenn es richtugn Brut und Artenshcutz geht. Hier finden Sie einen Artikel über die Baumpflege im Sommer

Fazit

Wenn Sie all diese Bereiche ausreichend berücksichtigen und die beschriebenen Techniken beherrschen, sind Sie grundsätzlich in der Lage, einen fachgerechten Baumschnitt durchzuführen.

Falls dies nicht der Fall ist, empfehlen wir – der Baumgesundheit zuliebe – mit einem Fachmann zusammenzuarbeiten.

Wenn Sie Unterstützung bei Ihrem Baumschnitt oder einer Kroneneinkürzung in Kiel oder im Kreis Plön benötigen, beraten wir Sie gerne vor Ort und führen die Maßnahmen fachgerecht für Sie durch.

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